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Interview von Bundesaußenminister Maas für die Mazedonische Informationsagentur MIA

Bundesaußenminister Heiko Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas, © Thomas Imo/photothek.net

Pressemitteilung

Das Interview gab Minister Maas vor seinem Besuch in Skopje am 18. September 2018.

Sie besuchen Mazedonien vor dem Referendum am 30. September, in einer Zeit intensiver diplomatischer Aktivitäten. Kanzlerin Merkel war hier zum Tag der Unabhängigkeit am 8. September. Welche wird die wesentliche Botschaft sein, die Sie während Ihres Besuches in Mazedonien übermitteln werden?

Ich kann mir keinen besseren Zeitpunkt für einen Besuch vorstellen. Die Regierungen von Skopje und Athen haben im Juni Geschichte geschrieben. 25 Jahre stand der Namensstreit zwischen Mazedoniern und Griechen. Jetzt gibt es die historische Chance, diesen Streit beizulegen. Damit wäre auch ein entscheidendes Hindernis für die Annäherung Skopjes an die EU überwunden. Ich will die Mazedonier dazu ermutigen, diesen Weg weiter zu gehen. Gleichzeitig werde ich klar machen: Wir stehen zur Europäischen Perspektive des Westlichen Balkans. Dabei bleibt es.

Sie werden sich mit dem Gastgeber, Außenminister Nikola Dimitrov, treffen sowie mit anderen Regierungsvertretern. Wird es auch ein Treffen mit der Opposition geben, welche Botschaft werden Sie an diese richten, sollte es ein Gespräch geben?

Wir sind natürlich mit allen demokratischen Kräften im Land in Kontakt. Ich werde in Skopje deshalb auch an einer Diskussion teilnehmen, wo verschiedene Stimmen der mazedonischen Gesellschaft zu Wort kommen werden. Das ist mir wichtig. Eine Demokratie lebt von der kritischen Debatte. Gleichzeitig ist klar: Als Politiker – egal ob Opposition oder Regierung - sollte man seine Arbeit immer in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger des Landes stellen. Das gilt in Deutschland und das gilt hier.

Was, wenn das Referendum ein Misserfolg wird?

Dieses Referendum ist für uns eine entscheidende Wegmarke für den weiteren Weg Skopjes Richtung EU. Am Ende müssen die Mazedonier aber selbst entscheiden, wohin die Reise geht. Diese Entscheidung kann ihnen niemand abnehmen, und das ist gut so. Wichtig ist, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen und zur Wahl gehen.

Wenn das Abkommen in Mazedonien ‚abgesegnet‘ wird, könnten Obstruktionen irgendwelcher Art durch Griechenland erwartet werden?

Eine Einigung wäre nicht nur für die Mazedonier gut – auch Griechenland wird von Stabilität und Entwicklung in der Region profitieren. Wir sehen in einer Einigung eine historische Chance, das gilt für beide Länder. Diese Haltung werde ich auch bei meinem Besuch in Griechenland deutlich machen.

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