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Informationen zur Wirtschaft in der Republik Nordmazedonien

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Wirtschaftslage

Die Republik Nordmazedonien hat seit der Unabhängigkeit 1991 im Transformationsprozess erhebliche Anstrengungen unternommen. Schon im Vorgriff auf einen späteren EU-Beitritt muss das Land im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der EU Zollsenkungen vornehmen und sich einem verstärkten Wettbewerb stellen.

Für einen echten Aufholprozess müssten die Wachstumsraten nach Einschätzung von internationalen Experten jährlich zwischen 6 und 9 % liegen. Hauptziel der Regierung ist daher die Förderung von Auslandsinvestitionen und die Steigerung des Wirtschaftswachstums. Von Seiten potenzieller internationaler Investoren wird allerdings eine Festigung rechtsstaatlicher Strukturen und eine Effizienz- und Transparenz-Steigerung der öffentlichen Verwaltung sowie bei der Durchführung öffentlicher Ausschreibungen gefordert.. Korruption und Nepotismus sind weiterhin ein großes Problem.

2018 ist die Wirtschaft um 3 % gewachsen.. Die Arbeitslosenquote in Nordmazedonien ist in den letzten Jahren zurückgegangen auf 20,8 %. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt nach Schätzungen bei 50%.  Die Quote der unfreiwillig Nichtbeschäftigten dürfte tatsächlich jedoch niedriger liegen, da die informelle Wirtschaft und die Landwirtschaft zahlreiche Einkommensmöglichkeiten bietet. Experten gehen insofern von einer „realistischen“ Arbeitslosenquote von circa 15 % aus. Gleichzeitig ist eine massive Abwanderung feststellbar, die jedoch nicht zuverlässig beziffert werden kann. Männer sind zu knapp über 60% beschäftigt, Frauen nur zu knapp über 40 %. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf im Jahr 2018 lag bei rund4.700 Euro.

Das Durchschnittsnettogehalt eines Berufstätigen beträgt nach offiziellen Angaben 400 Euro im Monat, dies entspricht etwa 37 % des EU-Durchschnitts. Nach Weltbank-Schätzungen leben mehr als 20 % der Bevölkerung in Armut.

Die Inflationsrate betrug 2018 1,5 Prozent.

Außenhandel

Die Republik Nordmazedonien kann als klassisches Beispiel einer kleinen offenen Volkswirtschaft angesehen werden. Bei einem begrenzten Markt von rund zwei Millionen Menschen (letzter Zensus 2002) mit geringer Kaufkraft lohnt eine eigenständige Produktion in vielen Bereichen nicht.

Aufgrund der hohen Abhängigkeit des Landes und der Wirtschaft von Importgütern, die sich praktisch über das gesamte Bedarfsspektrum erstrecken, weist das Außenhandelssaldo seit Jahren ein Defizit auf. Hauptimportgüter sind Ölprodukte und Energierohstoffe, Fahrzeuge- und Maschinen aller Art, Metalle und Elektroenergie. Mazedonische Hauptexportprodukte sind Kfz-Zulieferprodukte, Eisen und Stahl verschiedener Verarbeitungsstufen, Textilien aller Art, Tabak und Wein.

Die mazedonischen Importe betrugen 2017 6,825 Mrd. EUR die Exporte  5 Mrd. EUR. Das starke Handelsdefizit wird jedoch durch Überweisungen von Auslands-Mazedoniern, Transferzahlungen im Rahmen internationaler Hilfe und Ausgabe von Staatsanleihen an ausländische Investoren sowie ausländische Direktinvestitionen und private Devisentransaktionen ausgeglichen.

Deutschland ist vor Griechenland größter Handelspartner des Landes. 2018 betrugen die mazedonischen Importe aus Deutschland 889 Mio. EUR, die mazedonischen Exporte nach Deutschland hingegen 2,76 Mrd. EUR nach Angaben des mazedonischen Statistikamtes. Maßgebend für den hohen mazedonischen Handelsüberschuss gegenüber Deutschland sind lohnarbeitsgefertigte Kfz-Zulieferprodukte (Katalysatoren, elektronische Anzeigeinstrumente, Kabelbäume) sowie Textil-Lohnarbeitsfertigung (Import von Textil-Vorprodukten; Export der Textil-Fertigprodukte nach Deutschland).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die Land- und Forstwirtschaft ist weiterhin ein Schlüsselsektor der mazedonischen Wirtschaft. Als landwirtschaftliche Nutzfläche werden 1,32 Millionen Hektar (51 Prozent der Gesamtfläche) angesehen. Der Anteil des Dienstleistungsbereichs an der BIP-Entstehung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt bei ca. 65 Prozent. Im Dienstleistungsbereich sind 60 Prozent der Beschäftigten zu finden. Auch im Bereich touristischer Dienstleistungen wird der Republik Nordmazedonien Wachstumspotenzial bescheinigt, allerdings fehlt es bisher an einer Gesamtstrategie.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2019 liegt bei ca. 3,7 Mrd. Euro. Das Defizit beträgt 2,5%, des Bruttoinlandsproduktes. Die Devisenreserven werden mit ca. 2,7 Mrd. Euro angegeben.

Die Weltbank, die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) unterstützen durch Kredite die infrastrukturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Zugehörigkeit zu regionalen (Wirtschafts-)Gruppierungen: Southeast European Cooperation Process (SEECP), Central European Initiative (CEI), Europäische Energiegemeinschaft,  Zentraleuropäisches Freihandelsabkommen (CEFTA), , Regionaler Wirtschaftsraum (REA) sowie Transportgemeinschaft. Darüber hinaus hat die ejR Mazedonien Freihandelsabkommen mit der Türkei und der Ukraine geschlossen.

Die Republik Nordmazedonien wurde im April 2003 146. Mitglied der WTO (Welthandelsorganisation).

Die Republik Nordmazedonien ist aktiver Teilnehmer am von BKin Merkel 2014 zur Unterstützung der regionalen Zusammenarbeit und EU-Annäherung der Region ins Leben gerufenen  Berlin-Prozesses. Im April 2018 fand in Skopje der erste Digital-Gipfel im Rahmen des Berliner Prozesses statt.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Handelspartner der Republik Nordmazedonien. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie sowie Personen- und Lastkraftwagen, bei den Importen nach Deutschland sind Kleidung, chemische Erzeugnisse, metallische Rohstoffe (Eisen, Stahl), Erzeugnisse des Ernährungsgewerbes sowie Fahrzeugelektronik die wichtigsten Güter.

Das bilaterale Handelsvolumen lag 2018 bei  3,6 Mrd. Euro, 2017 bei 3,15 Mrd. Euro und 2016 bei 2,78 Mrd. Euro.

Eine führende Rolle nimmt Deutschland auch bei der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ein. Seit 1992 wurden der Republik Nordmazedonien von der Bundesrepublik Deutschland in der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit 346 Millionen Euro zugesagt. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Umweltpolitik (insbesondere Wasserver- und -entsorgung), die Förderung erneuerbarer Energien (Wind- und Wasserkraft) sowie als dritter Schwerpunkt die Unterstützung beim Aufbau der Marktwirtschaft, insbesondere über die Förderung des Bankensektors und von Klein- und Mittelunternehmen (KMU).

Am 22.11.2018 wurde unter Vorsitz von Vize MP Angjushev und RL-BMWi Helge Tolksdorf das „Joint Economic Steering Committee“ gegründet. Es soll Investitionsprojekte deutscher Unternehmen begleiten und ein Forum zur Erörterung von Anliegen der Wirtschaft bieten. MKD zeigt auch großes Interesse an Projekten im Bereich duale Berufsbildung, wie sie von DEU im Rahmen des Berlin-Prozesses angestoßen wurden.

Seit Januar 2017 gibt es ein eigenständiges AHK-Delegiertenbüro in Skopje (zuvor Anbindung an Belgrad). Über 200 Unternehmen mit deutschem Kapital beschäftigen über 20.000 Mitarbeiter. Die Deutsch-Mazedonische Wirtschaftsvereinigung mit 200 Mitgliedsunternehmen ist die größte bilaterale Wirtschaftsvereinigung im Land.

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