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Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

01.12.2017 - Artikel


Allgemeine Hinweise

Viele Ereignisse im Leben des Antragstellers, aber auch seiner Vorfahren können für den Erwerb und den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit von Bedeutung sein. Dabei kann es sich um persönliche bzw. familiäre Ereignisse (z.B. Geburt oder Eheschließung) und/oder politische bzw. rechtliche Entwicklungen (z.B. Sammeleinbürgerungen während des Zweiten Weltkrieges oder Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit) handeln. Das Bestehen der deutschen Staatsangehörigkeit wird im Rahmen eines  Feststellungverfahrens geprüft. Dabei gilt es, durch Vorlage aussagekräftiger Unterlagen den Nachweis über den ursprünglichen Erwerb und fortdauernden Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit zu führen.
Den entsprechenden Antrag erhalten Sie bei der Botschaft oder unter www.bva.bund.de
Die Botschaft leitet den vollständigen Antrag an das zuständige Bundesverwaltungsamt in Köln, Barbarastr. 1, 50728 Köln weiter.


Erwerb durch Abstammung

1. Ehelich geborene Personen
Für vor dem 01.01.1975 geborene Personen gilt, dass sie nur dann Deutsche sein können, wenn auch der Vater Deutscher war. Diese Abstammungskette wird über den Großvater und gegebenenfalls sogar den Urgroßvater bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückverfolgt. Waren die Eltern verheiratet und nur die Mutter deutsche  Staatsangehörige, konnte die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt zwischen dem 01. April 1953 und dem 31. Dezember 1974 durch eine Erklärung der Mutter vor einer zuständigen Stelle erworben werden.
Eine nach dem 01.01.1975 geborene Person erhält die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besaß.


2. Nichtehelich geborene Personen
In der Regel gilt, dass die Betreffenden die Staatsangehörigkeit der Mutter erwerben.
Seit dem 01.07.1993 kann auch der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit verleihen, wenn
a) er Deutscher ist
b) eine nach deutschen Gesetzen wirksame Feststellung bzw. Anerkennung der Vaterschaft vorliegt
c) die Anerkennung der Vaterschaft bzw. das Vaterschaftsfeststellungsverfahren vorgenommen bzw. eingeleitet wurde, bevor das Kind das 23. Lebensjahr erreicht hat.

3. Erwerb durch Geburt in Deutschland
Seit dem 01.01.2000 erwirbt ein Kind ausländischer Eltern durch die Geburt im Inland auch die deutsche Staatangehörigkeit, wenn ein Elternteil
a) seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und
b) eine Aufenthaltsberechtigung oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt. Nach Erreichen der Volljährigkeit (18. Lebensjahr) muss die Person, die die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland erworben hat und außerdem eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, bis zum Erreichen des 23. Lebensjahres schriftlich erklären, ob sie die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten will. Bei Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit hat sie die Aufgabe oder den Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nachzuweisen, es sei denn, sie kann eine schriftliche Genehmigung zur Beibehaltung der
deutschen Staatsangehörigkeit vorweisen. Wird bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres keine Erklärung abgegeben, geht die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch verloren (vgl. § 29 Staatsangehörigkeitsgesetz).
Vor dem 01.01.2000 in Deutschland geborene Kinder haben allein aufgrund dieser Tatsache nicht die deutsche Staatsangehörigkeit erworben.

4. Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Adoption
Lediglich Kinder, die im Zeitpunkt des Annahmeantrages noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, erwerben durch eine nach deutschem Recht wirksame Adoption von einem Deutschen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Einbürgerung

Möglichkeit der Einbürgerung für Kinder deutscher Eltern, die nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben

Für folgende Personengruppen besteht die Möglichkeit einer Einbürgerung gemäß §14 Staatsangehörigkeitsgesetz:

  • unehelich geborene Kinder deutscher Väter, welche vor dem 01.07.1993 geboren wurden.
  • ehelich geborene Kinder deutscher Mütter, welche vor dem 01.01.1975 geboren wurden.

Sollten Sie zu einer dieser beiden Gruppen gehören und im Ausland leben, können Sie einen Antrag auf Einbürgerung bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Auslandsvertretung stellen. Diese sendet den Antrag dann zur weiteren Bearbeitung an das Bundesverwaltungsamt in Köln. Allerdings müssen für die Einbürgerung enge Voraussetzungen erfüllt werden. Bitte beachten Sie vor der Antragstellung daher genau die Hinweise zu Voraussetzungen, erforderlichen Unterlagen und Gebühren in den Merkblättern des Bundesverwaltungsamts.

Feststellungsverfahren - Staatsangehörigkeitsausweis

In Fällen, in denen nicht eindeutig klar ist, ob eine Person die deutsche Staatsangehörigkeit derzeit (noch) besitzt, muss diese Frage durch ein sogenanntes Feststellungsverfahren geklärt werden.
Im positiven Falle wird ein Staatsangehörigkeitsausweis ausgestellt. Während bei einer Einbürgerung die ausländischen Personen in den deutschen Staatsverband erst aufgenommen werden wollen, machen die Antragsteller eines Feststellungsverfahrens geltend, bereits deutsche Staatsangehörige zu sein.
Die Anträge können Sie unter der Internetadresse www.bva.bund.de erhalten.
Minderjährige ab 16 Jahren müssen eigene Anträge stellen und alle erforderlichen Erklärungen selbst abgeben.
Der Antrag muss (so weit möglich) vollständig ausgefüllt sein und alle Angaben müssen durch entsprechende Dokumente belegt werden. Die deutsche Staatsangehörigkeit des Antragstellers ist durch entsprechende Unterlagen glaubhaft zu machen (z.B. Personenstandsurkunden, Wohnsitznachweise u.ä.).
Bei der Beschaffung von Dokumenten zum Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit können Ihnen die Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland nicht behilflich sein.

Um Nachfragen zu vermeiden, sollten Sie den Antrag persönlich abgeben. Bitte vereinbaren Sie für Ihre Vorsprache möglichst einen Termin.


Besonderheiten bei Änderung der Staatsangehörigkeit und Beibehaltung

Lässt ein Deutscher sich in einem anderen Staat einbürgern, verliert er seine deutsche
Staatsangehörigkeit. Das können Sie nur verhindern, wenn Sie vor der Einbürgerung eine
Beibehaltungsgenehmigung erhalten haben. Daher sollte der Beibehaltungsantrag immer zuerst gestellt werden, also noch vor dem Einbürgerungsantrag in dem jeweiligen anderen Staat.
Der Antrag muss beim Bundesverwaltungsamt gestellt werden oder bei der Botschaft Skopje eingereicht werden. Von dort wird der Antrag an das Bundesverwaltungsamt weitergeleitet.
Im Antragsverfahren müssen Sie erläutern, warum Sie die deutsche Staatsangehörige neben der neuen Staatsangehörigkeit weiterhin behalten möchten und glaubhaft machen, dass Sie weiterhin Bindungen an Deutschland haben.
Eine solche Beibehaltungsgenehmigung ist seit dem 28.08.2007 nicht mehr erforderlich, wenn Sie die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitglied-staates oder der Schweiz annehmen möchten.
Demnach können EU-Bürger und Schweizer – bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen – eingebürgert werden, ohne dass von ihnen die Aufgabe der Staatsangehörigkeit des EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz verlangt wird (Hinnahme der Mehrstaatigkeit). Als logische Konsequenz entfällt der bisherige automatische Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit beim Antragserwerb der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Aussagen ausschließlich auf das deutsche
Staatsangehörigkeitsrecht beziehen. Ob und unter welchen Voraussetzungen der andere Staat die mehrfache Staatsangehörigkeit zulässt, kann nur von den dortigen Behörden geklärt werden.
Für Rückfragen steht Ihnen die Botschaft gerne zur Verfügung.

Merkblatt zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit


Nichterwerb bei Geburt im Ausland

Zukünftig wird die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr bei Geburt im Ausland erworben, wenn der (dann zukünftige) deutsche Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde und dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, es sei denn,
a) das Kind würde sonst staatenlos oder b) der deutsche Elternteil zeigt die Geburt innerhalb eines Jahres der zuständigen deutschen Auslandsvertretung an.
Sind beide Eltern deutsche Staatsangehörige, wird nur dann die deutsche  Staatsangehörigkeit nicht weiter vermittelt, wenn beide Eltern nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden und dort ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Merkblatt zum Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern


Wichtiger Hinweis für Doppelstaatler

Bei Doppelstaatlern ist zu beachten, dass nach internationaler Übung die Einreise nach und die Ausreise aus Deutschland nur mit deutschem Ausweisdokumenten, die Einreise in und die Ausreise aus dem anderen Staat (dessen Staatsangehörigkeit Sie ebenfalls besitzen) nur mit dem nationalen Dokumenten des anderen Staates
erfolgen kann.

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